TAG 1
Donnerstag, 28.08.2003 |
Wetter: Durchwachsen, später Regen
Wind: Ja |
| 18.15 Uhr: |
Mache mich auf den Weg nach Köln-Dellbrück, um mich von Smutje Björn abholen zu lassen. Der Smutje ist leicht genervt, da er schon den ganzen Tag im Stau steht. |
| 19.30 Uhr: |
Stehe im Regen und warte auf den Smutje. Vor der großen Fahrt geht’s noch zum McDonald’s, wo ich für lau fastfooden kann. |
| 20:00 Uhr: |
Endlich auf der Bahn. Der Smutje scheint den Stau anzuziehen. Stehen kurz hinter Arnheim eine Stunde dumm auf der Autobahn herum.
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| 23.30 Uhr: |
Der Smutje und ich haben uns nichts mehr zu erzählen. Statt dessen pöbeln wir uns gegenseitig ein bisschen an. Der Arsch! |
| 00.15 Uhr: |
Endlich in Enkhuizen. Die Mannschaft an Bord der „Zorg met Vlijt“ ist schon gut dabei. Fleißig trinkt sie sich Mut für die bevorstehenden Abenteuer an. Für mich wurde eine extrabreite Koje reserviert. Cool! |
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TAG 2
Freitag, 29.08.2003 |
Wetter: Bewölkt, dann Regen, dann wieder bewölkt
Wind: Immer noch da |
| 03.37 Uhr: |
„Re! Keine 90!“ WUMM
Oh, dat gibt ´ne Bockrunde!“ WUMM
Nee, eher Hirsch...(haha)!“ WUMM
6 Zylinder. Sticht!“ WUMM
Gröhl (völlig grundlos)!“ WUMM
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Werde meines wertvollen Schlafes beraubt. Der Schiffsingenieur Stefan, die Mechaniker Carlos und Christian und der blinde Passagier Strasso spielen Karten. Und zwar 30 Zentimeter von meinem Ohr entfernt! Proviantmeister Marc und ich bekommen Mordphantasien. Will meine Phantasien sofort ausleben, entschließe mich aber dazu, die Männer nur sinnlos anzuschnauzen und anzupöbeln. Werde ausgelacht und verbringe die restliche Nacht mit unruhigem Schlaf. Die Jungs machen die Nacht durch... |
| 07.30 Uhr: |
Der Proviantmeister geht duschen. Hervorragende Idee! Die spielsüchtigen Ruhestörer werden weiter angepöbelt, dann zum Proviantholen geschickt (Bier + Brötchen). |
| 09.30 Uhr: |
Der erste Kaffee an Bord. Nun sehe ich das Boot zum ersten Mal bei Tageslicht Schöner Kahn (also das Boot, nicht der Torwart...). Lecker Frühstück. Nichtschwimmer (Nischwi) Mümmel isst besonders viel. Mit leerem Magen kotzen ist ja auch echt unangenehm... |
| 11.00 Uhr: |
Es geht los! Der Nischwi bekommt eine Rettungsweste, lernt einen Knoten und kann segeln. Wir fahren nach Amsterdam. Wenn das mal gut geht... |
| 11.30 Uhr: |
Der erste Unfall. Irgendein Leichtmatrose rammt unser Boot. Er ist gesunken, glaub ich. |
| 11.50 Uhr: |
Zum ersten Mal die Segel gesetzt. Alle haben überlebt, selbst der Nischwi. Machen ca. 6 Knoten. Der blinde Passagier zeigt erste Anzeichen von Skorbut. Kann keinen Zwieback mehr sehen... |
| 13.00 Uhr: |
Endlich! Der Proviantmeister gibt das erste Fleischkontingent frei. Selten haben Grillwürstchen so gut geschmeckt. |
| 14.00 Uhr: |
Erste Halse an Bord. Hab schon einen regelrechten Hals von Halsen. |
| 14.10 Uhr: |
Lege mich in die Koje, um mich von den Strapazen zu erholen. |
| 16.00 Uhr: |
„Laaaaaand in Siiiiiicht!“ Nach unendlichen fünf Stunden auf See näher wir uns dem Hafen von Amsterdam. Chefanimateur Achim lässt sich zu wahren Begeisterungs hinreißen: „Ahhh! Amsterdam - die Stadt der Drogen, der käuflichen Liebe und des... ach vergiss es!“ |
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Doch die Amsterdamer wollen uns nicht reinlassen, die Bekifften. |
| 16.15 Uhr: |
Wir kreuzen vor der Stadt und lauern auf unsere Chance. Unser Funker Christoph freut sich darauf, seine verschiedenen Fuß- und Geschlechtskrankheiten in der Stadt zu verbreiten. Ein fieses Grinsen leuchtet in seinem Gesicht... |
| 17.00 Uhr: |
Ein anderes Plattbodenschiff versucht uns bei einer Miniregatta zu schlagen. Nicht mit uns! Der erfahrene Skipper Eric und sein Maat Jürgen (sprich: Jür[husträusperholländergeräusch]en machen die müde Crew richtig lang und unser Kahn jagt über die Wellen. Mit waghalsigen Manövern wenden wir uns dem Sieg zu (...nur die wenigsten werden den genialen Sprachwitz im letzten Satz entdecken, schnief!). |
| 18.00 Uhr: |
Beim zweiten Versuch lassen uns die Amsterdamer ohne die geringste Spur von Misstrauen endlich in ihren Hafen. Die werden schon sehen, was sie davon haben, die Deppen. Wir werfen ’nen Euro in die Parkuhr und machen klarschiff. |
| 20.00 Uhr: |
Der Käpt’n macht für uns ein Restaurant klar und wir machen uns auf in die Amsterdamer City. Vorher verwandeln sich die Jungs jedoch mit Hilfe von diversen erbeuteten Parfums, Schmuck und Gewürzen von harten Seebären in smarte Leichtmatrosen. Die Männer von der Navy sind ein Dreck gegen uns... |
| 22.30 Uhr: |
Der lange Fußmarsch zum Restaurant hat sich gelohnt: das Essen schmeckt und Stephan, der Sicherheitschef an Board, trinkt genüsslich seine „Witte Wickse“. Wir machen uns Sorgen... Zum Glück verrät uns der Funker seine besten Blind-Date-Taktiken und wir freuen uns wieder. |
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Die Menge bricht in wahre Jubelstürme aus, als Motorengott (bzw. Motorenposeidon) Gratzmann die komplette Rechnung übernimmt. Tiefe Trauer stellt sich ein, als sich die Männer an den Grund dafür erinnern. Jaja, die Hormone... |
| 23.00 Uhr: |
Die Gruppe teilt sich auf und erkundet in Kleingruppen die Stadt. |
| 23.01 Uhr: |
Unglaubliche Dinge spielen sich ab und die Ereignisse überschlagen sich: |
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- eine Verdauungskräuterzigarette wird geraucht...
- Schaufensterbummel zu dieser Zeit? Die haben vielleicht komische Sachen in den Schaufenstern. Die spinnen, die Holländer...
- Engländer, die in Kneipen Zeitwetten auf Männer in gegenüberliegenden Bordellen abschließen („...eight minutes! Jeah!“)...
- Männer, die 10 Sprachen sprechen, treffen sich in der „Pinocchio-Bar“. Nee, is klar...
- Erfolgreiche Blind-Dates weihen die Holländer dem Untergang...
- Kaffeeläden, in denen es keinen Kaffee gibt, in Hülle und Fülle...
- Einmal falsch abbiegen bedeutet den Tod. Oder schlimmer noch Regenbogenflaggen, Dunkelheit bei Umgebung und Hautfarbe, Grachten und Männer mit weißen Nasenspitzen, die sicherlich kein Mehl verkaufen
- Silikon in Fenstern, Türen und Frauen...
- Frauen mit krakeliger Handschrift, wobei man nicht wirklich von HANDschrift sprechen kann...
- Bananen mit Fischgeschmack...
- Zwei Crewmitglieder nehme sich vor, beim nächsten Stadtbesuch Helme zu tragen, um sich vor umherfliegenden Südfrüchten und Phallussymbolen zu schützen...
- Es dreht sich alles nur um Tüten...
- ...
Das Ende vom Lied: Sagen und Mythen werden sich um diesen Abend ranken.
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TAG 3
Samstag, 30.08.2003 |
Wetter: kein Schnee
Wind: höchstens in Björn’s Hose |
| 2.30 Uhr: |
Mit einem gutem Team machen wir uns auf den Rückweg zum Schiff. Sicherheitschef Stephan, Kapellmeister David, ;Mechaniker Christian und ich. Das Feierabendbier und die Feierabendkräuterzigarette haben wir uns nach dem beschwerlichen Heimweg redlich verdient. |
| 2.31 Uhr ff.: |
Die Männer kehren nach und nach zum Schiff zurück und prahlen mit ihren Erlebnissen. Der Versuch, ein paar Frauen für unsere letzen Klabauterjunggesellen zu shanghaien misslingt kläglich. |
| 7.00 Uhr: |
Stephans Sicherheitshandy klingelt. Aaaaargh, der Typ hat sich den Wecker gestellt... |
| 7.30 Uhr: |
Einkaufen ist angesagt. Stephan und ich schleichen uns von Bord und wandern zum „Albert Heijn“. Der vom Skipper empfohlene Supermarkt im Hauptbahnhof stellt sich als gut getarntes Bahnhofsklo heraus. Auf dem Rückweg gönnen wir uns die Straßenbahn. |
| 8.30 Uhr: |
Zurück auf dem Anlieger erwartet uns schon die erstaunlich wache Crew mit einem leckeren Kaffee. Kaum ist das erste Brotje geschmiert, stechen wir auch schon wieder ins Meer und die See. |
| 12.00 Uhr: |
Beste Segelbedingungen: Sonne, Wind, Wasser - alles dabei. Feuerwehrmaat Marc macht, wie abzusehen war, ein bisschen das Schiff kaputt. Aber wir können zum Glück auch ohne Mast, Steuerruder, Speigatt, Kiel, Schiffsschraube, Hauptsegel, Anker und Klüver weitersegeln. Die Unterhosen des einzigen zahlenden Passagiers und (Ab-)Wasserexperten Uli, sind als Behelfssegel eine große Hilfe. Wir sind ein eingespieltes Team geworden und machen wahnsinnige 8 Knoten (plus den zwei Doppelknoten in Achims Schnürsenkeln). Das ist auch gut so, denn bis nach Texel ist es noch ein weiter Weg. Für Skipper und Maat ist die von uns gewünschte Streckenkombination Amsterdam - Texel auch absolutes Neuland, aber sie nehmen die Herausforderung an. Das haben sie von uns gelernt! |
| 16.00 Uhr: |
Vorsichtshalber prüft der Skipper noch einmal die Strecke auf seiner Seekarte. Seiner Berechnung nach kommen wir um 22.30 Uhr auf Texel an. Leichte Panik steigt in seinen Augen auf. Wahrscheinlich ist er nachtblind und kann im Dunkel sein Boot nicht einparken. Kurzerhand wird die Crew überstimmt, eine Meuterei niedergemetzelt und wir steuern den Hafen eines holländischen Kuhkaffs an. |
| 18.00 Uhr: |
Da sind wir. Kein Mensch weiß, wo genau, aber das ist uns auch egal. Da es sich um ein kleines Kaff mit komischen Leuten handelt, nenne ich es einfach Marbeckje. In Marbeckje parken wir unser Boot und asseln von Nachbarschiff erst einmal einen Grill um unseren Fleischhunger zu stillen. Wieder einmal zaubert unser McSmutje ein hervorragendes Abendessen mit allem drum und dran. |
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Wieder in Landnähe wird unser NiSchwi zum Tier und gönnt sich eine leckere Verdauungskräuterzigarette. Mit einer, durch jahrelanges Kettenrauchen geschulten, Lunge steckt er Unmengen von THC locker weg und spürt nicht das leiseste Kribbeln in den Beinen. |
| 22.00 Uhr: |
Da man nicht den gesamten Abend an Bord verbringen will, schmeißen sich die Jungs in Schale und erkunden das Nachtleben von Marbeckje. Schnell ist eine passende Großraumzappelbude gefunden, in die man uns freiwillig hereinlässt. Das erste Bier rinnt durch unsere Kehlen und ein paar Erkundungsgänge werden gemacht. Die Disko ist größer als sie auf den ersten Blick scheint und für jeden ist der passende Musikstil dabei. Die ganze Disko ist von Öhmkes besetzt. Die ganze Disko? Nicht ganz. Ein von einem unbeugsamen Öhmken besetzter Barhocker bewegt sich keinen Zentimeter von der Stelle. Endlich hat sich Mary Jane den Weg durch die verklumpen Alveolen gebahnt und den NiSchwi paralysiert. Stunden später sammeln wir ihn ein und tragen ihn in sein Bett. In der Zwischenzeit amüsieren sich die Männer bei Musik und Bier. Doch wer nun denkt, dass der Abend vorbei ist, nur weil man die Disko hinter uns abgeschlossen hat, der irrt. Auf dem Boot geht die Feier mit reichlich Bier und guter, alter, selbstgemachter Ärzte-Musik weiter. |
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TAG 4
Sonntag, 31.08.2003 |
Wetter: Regen, Sturm, Hagel, Schnee, sprich Nachhausefahrwetter
Wind: Orkanböen |
| 8.00 Uhr: |
Nach einem ordentlichen Seemanns-Frühstück stechen wir wieder in See. Unser Schiff tritt seine letzte Fahrt an. Zumindest für heute. Bei der Ausfahrt pöbeln wir die Crew eines anderen Schiffes an, die sofort zu einem Rennen bereit ist. Uns springt ein Lächeln ins Gesicht, denn an Bord sind nur Frauen. Wir legen uns in die Riemen und merken schnell, dass das andere Schiff uns nicht gewachsen ist. Wahrscheinlich waren ihre Segel noch im Trockner. Das Frauenschiff war nicht schnell, dafür aber schön sauber. |
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Unser Bordfunker schaut noch einmal sehnsüchtig zurück. Er hat aber auch in jedem Hafen ein Braut: Amsterdam, Hamburg, im Seine-Hafen in Paris... Mit säuerlichem Gesichtsausdruck denkt er an die schmerzhafte Prozedur, wenn er nun schon wieder den Namen unter dem Anker auf seinem Arm beim Tätowierer ändern lassen muss. |
| 13.00 Uhr: |
Der Hafen von Enkuizen ist in Sicht. Nach eine stürmischen Überfahrt mit unglaublichen Geschwindigkeiten und einem leicht grünlichen Smutje erreichen wir unseren Heimathafen. Schnell ist das Schiff gesäubert und unsere Sachen sind von Bord geschafft. Begeistert von diesem schönen Wochenende machen wir uns wieder auf den Heimweg. Mit Tränen in den Augen winken uns Skipper und Maat nach, bis wir als kleiner Punkt am Horizont verschwinden. |
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Die Crew in Einzelnen:
Der Skipper Eric | Der Maat Jür[husträusperholländergeräusch]en | Der Sicherheits-Chef Stephan
Der Bordkapellmeister David | Die Mechaniker Christian und Gratzman | Der Schiffsingenieur-Anwärter Stefan
Der blinde Passagier Strasso | Der Smutje Björn | Der Proviantmeister Marc | Der Merchandising-Man Wolle
Der NiSchwi Mümmel | Der Bordfunker Christoph | Der Chef-Animateur Achim | Der Schiffsmotoren-Fachmann Dirk
Der Landentdecker Carlos | Der Bordinstallateur und Gasttrinker Uli | Der Bordchronist Andreas
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